Information der Stadt Geisa
Im Kulturhaus Geisa fand am 19. Mai eine Bürgerinformationsveranstaltung zur Vorstellung des kommunalen Notfallplans und zur privaten Krisenvorsorge statt. Unter dem Motto „Vorsorgen statt sorgen“ begrüßte Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel Bürgerinnen und Bürger im Namen aller Kommunen des Geisaer Landes.
Besonders willkommen hieß sie die anwesenden Bürgermeister Bernadett Hosenfeld-Wald und Johannes Ritz, Feuerwehrkameraden sowie Kreisbrandinspektor Christian Grebe. Zudem stellte sie die Referenten des Abends vor: Thomas Fischer, Dienststellenleiter des Technischen Hilfswerks Eisenach sowie die Krisenmanager Winfried Büchel und Tina Gruß-Nelkert.
In ihrer Begrüßung machte Henkel deutlich, dass die Gesellschaft heute verletzlicher geworden sei. Risiken und Krisen habe es zwar schon immer gegeben, die heutige Zeit sei jedoch von zunehmender Komplexität geprägt.
„Wir sind mittlerweile abhängig von funktionierender Stromversorgung, Mobilfunk, Internet, digitaler Kommunikation und funktionierenden Lieferketten. Fällt ein Bereich aus, entstehen schnell Kettenreaktionen“, erklärte Henkel.
Darüber hinaus verwies sie auf geopolitische Entwicklungen und internationale Krisen, die unmittelbare Auswirkungen auf den Alltag der Menschen hätten.
„Die Konflikte in der Ukraine sowie im Iran und die Bedeutung der Straße von Hormus für Energie- und Rohstofflieferungen verdeutlichen, wie eng globale Entwicklungen mit der Versorgungssicherheit vor Ort verbunden sind“, so die Bürgermeisterin.
Ebenso nähmen Cyberangriffe auf Verwaltungen und Unternehmen sowie Bedrohungen kritischer Infrastruktur zu. Auch Naturereignisse wie Starkregen und Hochwasser seien keine neuen Phänomene. Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 habe gezeigt, dass selbst hochentwickelte Länder bei solchen Großschadensereignissen an ihre Grenzen kommen.
„Vorsorge ist heute eine wichtige gemeinsame Aufgabe von Staat, Kommunen und Bürgerschaft“, sagte Thomas Fischer vom Technischen Hilfswerk Eisenach (THW).
In seinem Vortrag erläuterte er die Strukturen des Katastrophenschutzes auf Bundes-, Landes-, Kreis- und kommunaler Ebene sowie mögliche Ursachen eines flächendeckenden Stromausfalls.
„Ein Blackout über mehrere Tage hat immense Auswirkungen“, so Fischer.
Die Möglichkeiten von Staat und Rettungsdiensten seien begrenzt; man könne nicht gleichzeitig überall sein. Deshalb gewinne die Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger zunehmend an Bedeutung. Im Anschluss stellten Tina Gruß-Nelkert und Winfried Büchel den Notfallplan der Kommunen des Geisaer Landes vor. Beide hatten maßgeblich an dessen Erstellung im Jahr 2023 mitgewirkt.
„Wir sind damals von drei Großschadensereignissen ausgegangen“, erläuterte Büchel.
Dazu zählten Hochwasser- und Extremwetterlagen sowie ein zehntägiger Stromausfall. Der Plan wurde inzwischen aktualisiert und im Hinblick auf geopolitische Krisen erweitert. „Ziel des Plans sind klare Abläufe, Alarmierungswege und Zuständigkeiten, damit im Ernstfall schnell und koordiniert gehandelt werden kann“, erklärte Tina Gruß-Nelkert.
Besonders wichtig sei dabei die enge Zusammenarbeit mit Feuerwehren, Rettungsdiensten, Ärzten und regionalen Versorgern.
„Das Ziel ist ausdrücklich nicht Angst oder Panik. Das Ziel heißt Resilienz, also Widerstandsfähigkeit“, sagte Gruß-Nelkert. Wer vorbereitet sei, könne ruhiger handeln, sich selbst und anderen helfen sowie Einsatzkräfte entlasten.
Zum Abschluss informierte Bürgermeisterin Henkel darüber, welche Maßnahmen Bürgerinnen und Bürger selbst treffen können, um sich und ihre Familien besser auf Krisensituationen vorzubereiten. Empfohlen wurden unter anderem Trinkwasser- und Lebensmittelvorräte anzulegen sowie batterie- oder kurbelbetriebene Radios als Informationsquelle bei Stromausfällen vorzuhalten.
Außerdem seien Bargeldreserven, eine Hausapotheke mit Medikamentenvorräten sowie Taschenlampen, Batterien, Powerbanks, Kerzen und alternative Koch- und Heizmöglichkeiten sinnvoll.
Auch zum Verhalten bei Hochwasser- und Starkregenereignissen erhielten die Bürgerinnen und Bürger praktische Hinweise. Dazu zählen unter anderem das Beobachten von Warnmeldungen, das Freihalten von Abflüssen und Gräben, Schutzmaßnahmen mit Sandsäcken sowie die rechtzeitige Sicherung wichtiger Dokumente und persönlicher Gegenstände.
Die Veranstaltung endete mit einer offenen Fragerunde und regem Austausch.
„Eine widerstandsfähige Gemeinde entsteht nicht allein durch Technik oder Einsatzpläne. Sie entsteht vor allem durch informierte, verantwortungsbewusste und solidarische Menschen“, betonte Bürgermeisterin Henkel abschließend. „Genau darum geht es: informieren, vorbereiten und gemeinsam Verantwortung übernehmen, denn die Kommune sind wir alle!“




